Freitag, 3. Juli 2015

Man muss nicht alles machen oder sagen, nur weil man es machen oder sagen kann!

Diese Woche habe ich auch beim schönen Amtsgericht in Salzgitter verhandelt.

(c) RA Kai Hertweck - Amtsgericht Salzgitter

Es war schon recht interessant, wie sich ein Nebenkläger trotz vorheriger anwaltlicher Aufklärung und Hinweis auf die möglicherweise eigene Strafbarkeit, um Kopf und Kragen reden kann.

Was war geschehen?
Der Nebenkläger wird von zwei Mitbürgern mit Migrationshintergrund bedrängt und angegriffen. Es kommen ihm zwei Passanten zu Hilfe, was dem Nebenkläger die Möglichkeit eröffnet, sich von den Angreifern einige Meter zu entfernen. Als die Sitaution eigentlich schon geklärt schien, rannten die Angreifer erneut dem Nebenkäger hinter her. Dieser erkannte den bevorstehenden neuerlichen Angriff, zückte zu seiner Verteidigung ein Werkzeug, hielt dieses aber zunächst im Verborgenen.

Als nun ein Angreifer den sich noch immer entfernenden Nebenkläger an der Schulter packte und zu sich herrumriss holte dieser in der (Um-)drehbewegung mit dem Werkzeug aus und verletzte den Angreifer an der Wange.

Später wurde der Nebenkläger von beiden Angreifern zusammengeschlagen; deshalb gab es ja dieses Verfahren.

Verurteilt wurden die beiden Angreifer natürlich wegn schwerer Körperverletzung (gemeinschaftlich + eine das Leben gefährdende Behandlung).

Doch auch dem Nebenkläger schrieben die Staatsanwaltschaft und die beiden Verteidiger der Angeklaten ins Stammbuch, er möge sich auf ein neues Verfahren (der Verteidiger: eventuell vor dem zuständigen Landgericht) einrichten.

Die Verteidigung war, in Verbindung mit dem Vorgeschehen, möglicherweise doch keine richtige Verteidigung.

Man hätte die Verteidigungshandlung wie mit dem Rechtsanwalt besprochen auch geschickter und weniger impulsiv schildern sollen.


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